Gute Aussichten, aber auch große Aufgaben erwartet der Landmaschinenhersteller Agco in den nächsten Jahrzehnten für die Landwirtschaft in bisher noch sehr extensiv bewirtschafteten Teilen der Welt.
„Dafür sorgen das weltweite Bevölkerungswachstum, eine daraus resultierende steigende Lebensmittelnachfrage, veränderte Essgewohnheiten sowie der wachsende Energiebedarf“, erklärte der Senior-Vizepräsident des Konzerns, Hubertus Mühlhäuser, auf der Grünen Woche in Berlin.
Angesichts eines prognostizierten Anstiegs der Weltbevölkerung auf 8,9 Milliarden Menschen bis 2050 müsse die Lebensmittelproduktion und damit die Produktivität wesentlich gesteigert werden, um den zunehmenden Bedarf zu decken. Treibende Kraft bei diesem Prozess sei die fortschreitende Mechanisierung in Ländern, die zwar über riesige Flächen an Ackerland verfügten, diese bisher aber noch mit ineffizienten und veralteten Landmaschinen bearbeiteten.
Ein Kontinent wie Afrika besitzt erhebliches Wachstums-potenzial in der Agrarproduktion, schätzte Mühlhäuser ein. Mit einer Bevölkerung von mehr als einer Milliarde Menschen und damit gut 20 % der Weltbevölkerung verfüge er aber nur über elf Prozent des global verfügbaren Ackerlandes. Davon würden gerade einmal 14 % bewirtschaftet, der Rest liege brach. Eine Schlüsselrolle falle dabei den Landwirten vor Ort zu, die gleichzeitig aber auch den größten Nutzen aus der Entwicklung zögen, so Mühlhäuser.
Der Agco-Konzern will in den nächsten zwei bis drei Jahren rund 100 Millionen US-Dollar auf afrikanischen Kontinent investieren. Ein Teil soll in den Aufbau eigener Produktionskapazitäten in Libyen und Algerien fließen. „Die Marke MF ist seit über 40 Jahren in Afrika vertreten, in vielen Sprachen ist ,Massey‘ das Wort für Traktor“, machte Mühlhäuser die Markenstrategie klar.
Neben der Produktion sollen ein Finanzierungssystem aufgebaut und das Servicenetz verdichtet werden. Der Fokus liegt zunächst jedoch auf der Ausbildung von jährlich zirka 10.000 Landwirten, Fachleuten und Beratern auf einer von vier Modellfarmen, die Agco gemeinsam mit staatlichen und privatwirtschaftlichen Partnern in Äthiopien, Marokko, Sambia und Südafrika betreiben will.
Außerdem förderte der Landmaschinenhersteller eine internationale Konferenz unter dem Titel „Eine Vision für die Landwirtschaft in Afrika“, die während der Grünen Woche in Berlin stattfand. Ziel dieser mit prominenten Politikern besetzten Veranstaltung war es, „eine größere Beteiligung am internationalen Dialog zu erreichen und so Firmen weltweit dafür zu interessieren, in die Zukunft Afrikas zu investieren.“