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[ » LAND & Forst » Content » Forst » Bambus ]
Donnerstag, 17.05.2012
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Forst | 19.12.2011 Redaktion Land und Forst

Bambus in den Deutschen Wald?

Ist es schon so weit, mag sich der eine oder andere fragen? Erobern jetzt die Chinesen unsere Niedersächsischen Wälder? Weit gefehlt! Der Chinesische Bambus kommt nicht als Invasor, sondern als effektiver Helfer bei Forstpflanzungen.
Mit dehnbaren Softbindern werden die Heister an den Bambusstäben fixiert.© Meyer Lührmann
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Mit dehnbaren Softbindern werden die Heister an den Bambusstäben fixiert.
© Meyer Lührmann
Wenn Laubholz in reine Nadelholzgebiete eingebracht oder Kleinflächen aufgepflanzt werden sollen, sind die jungen Bäume einer erhöhten Fegegefahr ausgesetzt. Ein Schutz mit Hilfe von Zäunen ist bei Kleinflächen aufwendig und wenig effektiv. Auch die Verwendung von Fegeschutzspiralen oder Fegeschutzstäben ist teuer und arbeitsintensiv. So machten wir uns Ende der 90er Jahre auf die Suche nach einem neuen, effektiven und preisgünstigen Fegeschutz.

Erstmals in Kontakt mit dem Bambus, der im Handel unter Tonkinstab vertrieben wird, kamen wir in der Bezirksförsterei Bramsche beim Bau von Mini-treibhäusern im Jahr 1998. Begeistert von dem leichten und gut zu handhabenden Material starteten wir einen Versuch und brachten an Bergahorn- und Roteichen-Heisterpflanzen (120 bis 150 cm groß) Tonkinstäbe an. Schon im ersten Jahr stellten wir überrascht fest, dass kaum Pflanzen verfegt wurden.

Nachdem sichergestellt war, dass die Förderfähigkeit der Fegeschutzmaßnahme gegeben ist, begannen wir im Jahr 2000 in unserer Bezirksförsterei einen Großversuch mit 3.000 Tonkinstäben. Die Pflanzen wurden mittels Panzerband an dem Bambusstab fixiert. So erhielten wir nicht nur einen Fegeschutz, sondern auch eine wirksame Stabilisierung der Heisterpflanzen. Die Anbindung mit Panzerband erwies sich allerdings als nicht optimal.
Im Bereich der Gartenbauartikel wurden wir schließlich fündig; sogenannte Softbinder der Firma Rova Flex aus Österreich zeigten sich als praktikabel. Der Softbinder wird sowohl am Bambusstab, als auch an der Pflanze fixiert, er besteht aus Weichgummi, das mit der Pflanze wächst und ab einem Pflanzendurchmesser von ca. 6 cm reißt. Lediglich bei dünnrindigen Baumarten wie Küstentanne, kann es zu Problemen kommen.

Bei der Küstentanne hat es sich bewährt, zwei Stäbe an der Pflanze anzubringen, ohne sie zu fixieren. Der Grund: der Spross der zwei- bis dreijährigen Pflanze ist im Verhältnis zur Wurzel eher klein, sodass das Befestigen der Softbinder im unteren Bereich Probleme bereitet. Hinzu kommt, dass die Böcke im Bereich von über 40 cm fegen, sodass das Anbinden wenig effektiv und im Grunde ohne Nutzen ist.

Der Preisvorteil der Bambusstäbe im Vergleich zu Fegeschutzmanschetten oder Fegeschutzstäben, ist mit 0,23 € deutlich (s. Tab.). Hinzu kommt, dass die Bambusstäbe sich harmonischer in das Landschaftsbild einpassen. Der Einsatz von Bambusstäben hat sich nur in Rehwildrevieren bewährt. Da Bambusstäbe keinen Verbissschutz gewähren, sollten sie lediglich für Laubholz-Heisterpflanzen verwendet werden.

Neue Herausforderungen verlangen nach neuen Lösungen. Die Zeit der Fegeschutzspiralen aus Plastik und der aufwendigen Zäune in Rehwildrevieren sollte der Vergangenheit angehören. Der Bambusstab hat sich in der Praxis bewährt und ist eine preisgünstige Alternative zu herkömmlichen Fegeschutzmaßnahmen.
Martin Meyer Lührmann LWK Niedersachsen, Forstamt Weser-Ems
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Keywords Bambus | Chinesischer Bambus | Forstwirtschaft | Invasor
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