In einer Studie der BASF wurden Landwirte und Verbraucher befragt, wie sie den Beruf des Landwirts, seine Herausforderungen und Landwirtschaft an sich sehen.
An der starken Landnachfrage sind seit der Wirtschaftskrise 2009 in allen Regionen nichtlandwirtschaftliche Investoren in bislang noch nicht vorgekommener Anzahl beteiligt.
© Raupert
Sowohl
das Interesse der Verbraucher an der Landwirtschaft als auch ihr
persönlicher Respekt gegenüber Landwirten ist hoch. Das gilt sogar
in Ländern, in denen weniger als zwei Prozent der Bevölkerung in
der Landwirtschaft arbeiten, wie eine Studie der BASF über die
Perspektiven der Landwirtschaft ergab. Für die Untersuchung
wurden 1.800 Landwirte und 6.000 Verbraucher befragt. Jedoch
sind sich Landwirte und Verbraucher auch einig, dass das Ansehen
der Landwirte innerhalb der Gesellschaft weiterhin gering ist. Die
Studie zeigt auf, wie Landwirte und Verbraucher den Beruf des
Landwirts, seine Herausforderungen und sein professionelles
Netzwerk sehen. Dabei wurden überraschend große Übereinstimmungen bei den Hauptthemen gefunden, einschließlich der Rolle
der Landwirte und der großen Herausforderungen, denen sie sich
im 21. Jahrhundert stellen müssen.
Die Umfrage wurde in Brasilien, Indien, den USA, Deutschland,
Spanien und Frankreich in Zusammenarbeit mit dem global tätigen
Marktforschungsunternehmen Synovate GmbH und mit Professor Dr. Ulrich Oevermann, Professor für Soziologie an der Universität
Frankfurt, durchgeführt.
Die Studie zeigt, dass sowohl Landwirte als auch Verbraucher die
Landwirtschaft als Berufung ansehen, bei der es um die Erzeugung von
Nahrungsmitteln, die Erhaltung einer ländlichen Kultur und die Pflege
der Landschaft geht. Mit der Bezeichnung „Bewirtschafter des Landes”
oder „Landschaftspfleger“, haben sich die Landwirte in allen Ländern am
häufigsten selbst beschrieben (über 80%), von den Verbrauchern
wurden sie hingegen deutlich seltener (50-60%) so gesehen.
Bei der
Beantwortung einer ähnlichen Frage geben einige Verbraucher den
Landwirten darüber hinaus die Schuld für viele der derzeitigen
Umweltprobleme: am häufigsten in den Ländern Brasilien, Indien und
Frankreich (38-43%), dagegen weniger in den USA und in Deutschland
(23%).
Bei der Vorstellung der Studie am Presse-Informationstag der BASF
Agricultural Solutions erklärte Dr. Stefan Marcinowski, Mitglied des
Vorstands der BASF SE: „Viele Landwirte nehmen die Bedenken der
Verbraucher sehr ernst und sie tun ihr Bestes, um diesen zu
entsprechen. Für uns ist dies ein sehr wichtiges Ergebnis. Es zeigt sehr
klar, wo wir den Landwirten mit nachhaltigen Produkten und Lösungen
helfen können, um hier eine Lücke zu schließen.”
Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts: Die Welt ernähren
Ungefähr 80% der Landwirte und Verbraucher aller Länder stimmen
darin überein, dass die Ernährung der Welt die Hauptaufgabe der
Landwirtschaft ist. Trotzdem meint die Mehrheit der Landwirte, dass
Verbraucher die Herausforderungen der Nahrungsmittelversorgung oder
die Realität der Landwirtschaft nicht in ihrem vollen Umfang verstehen.
Die Zustimmung von Landwirten und Verbrauchern zum Beitrag der
Pflanzenbiotechnologie war am höchsten in Ländern mit einem hohen
Anteil an gentechnisch veränderten Pflanzen wie in Indien (76% der
Landwirte und 62% der Verbraucher), Brasilien (78% und 29%) und den
USA (53% und 25%).
Kluft zwischen Verbraucherinteresse und Verbraucherwissen
Die Verbraucher zeigen ein hohes Interesse an der Landwirtschaft (von
84% in Indien bis 50% in Frankreich). Gleichzeitig räumen sie aber ein,
dass sie generell nicht genug über die Landwirtschaft wissen, um sie
richtig beurteilen zu können. Obwohl Landwirte auch diese Interessensund
Wissenslücke sehen, nehmen viele Landwirte (von 40% in den USA
bis 74% in Indien) die Sorgen der Verbraucher ernst und glauben, dass
sie mehr tun müssen, um den Erwartungen der Verbraucher zu
entsprechen.
Preis als Hindernis
Der Preis für Nahrungsmittel und umgekehrt der Preis des
Umweltschutzes bleiben sowohl für Landwirte als auch für Verbraucher
weiterhin ein Hindernis. Eine große Mehrheit der Landwirte glaubt nicht,
dass die Verbraucher bereit sind, höhere Preise für umweltfreundlich
erzeugte Nahrungsmittel zu bezahlen. Obwohl einige Verbraucher
(30%) höhere Preise zahlen würden, sind mehr als die Hälfte der
Befragten in Frankreich, Spanien, Deutschland und den USA nicht dazu
bereit.
Eine Mehrheit der Verbraucher und Landwirte in allen Ländern sehen
Subventionen weitgehend als Mittel, um die Nahrungsmittelpreise
niedrig zu halten – besonders in Indien (74%), Brasilien (67%) und
Deutschland (64%) – und nicht als Unterstützung für die Umwelt
(ungefähr 30%).
Landwirte meinen, dass sowohl die Industrie als auch die Verbraucher
die Landwirtschaft unterstützen sollten. Von der Industrie erwarten sie
mehr umweltfreundliche Produkte und eine bessere Vertretung in der
Öffentlichkeit. Von den Landwirten erwarten sie ein besseres
landwirtschaftliches Verständnis und die Bereitschaft mehr für
Umweltvorteile zu bezahlen.
Von Marcinowski wurden die Resultate der Studie so zusammengefasst:
„Diese Ergebnisse sind eine klare Botschaft: Landwirte erwarten
Unterstützung bei Herausforderungen, die weit über den geschäftlichen
Erfolg hinausgehen. Gleichzeitig sind sie ein Weckruf für uns alle, die
Industrie, die Verbraucher und die politischen Entscheidungsträger,
dass es notwendig ist, die Wissenslücke im Hinblick auf die
Landwirtschaft zu schließen und den Landwirten eine breitere
Unterstützung auf ihrem Weg in die Zukunft zu geben.“