Hannover - Der Absatz von reinem Biodiesel sank im vergangenen Jahr auf rund 60.000 Tonnen. Im Zeitraum zwischen Januar und Oktober 2011 verkauften die Biodieselhändler 55.600 Tonnen des Biokraftstoffes.
Das berichtet der Landvolk-Pressedienst unter Berufung auf Zahlen der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP). Im gleichen Zeitraum im Jahr zuvor waren es 276.900 Tonnen gewesen. Im Rekordjahr 2006 hatte der Absatz 1.96 Millionen Tonnen betragen. Biodiesel wird nicht nur als Reinkraftstoff verwendet, sondern auch dem mineralischen Diesel beigemischt. Der Absatz von Biodiesel für diese Beimischung blieb im letzten Jahr konstant. Zwischen Januar und Oktober 2011 betrug er 1,89 Millionen Tonnen, im Vergleichszeitraum 2010 waren es 1,87 Millionen Tonnen gewesen. Ebenfalls konstant blieb die mengenmäßige Beimischungsquote bei sieben Prozent.
Überraschend ist der Negativtrend bei reinem Biodiesel nicht, denn im Jahr 2006 verabschiedete die Bundesregierung das Energiesteuergesetz, das eine schrittweise Anhebung der Besteuerung von Biodiesel auf den Steuersatz von mineralischem Diesel im Jahr 2013 vorsieht. Zwar war im ebenfalls 2006 verabschiedeten Biokraftstoffquotengesetz eine verpflichtende Beimischung von Biodiesel zum an der Tanksäule erhältlichen mineralischen Diesel eingeführt worden. Doch konnte dies den Absatzeinbruch nicht aufhalten, insbesondere, da die zunächst geplante Beimischungsquote vom Gesetzgeber nachträglich gesenkt wurde. Der Gesamtabsatz von reinem und beigemischtem Biodiesel zusammen sank laut Angaben des Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V. (VDB) von 3,26 Millionen Tonnen im Jahr 2007 auf 2,58 Millionen Tonnen 2010. Geschadet hat dies vor allem den 600 kleinen, oftmals von Landwirten betriebenen Ölmühlen in Deutschland. Sie spielen bei der heutigen Produktion von Biodiesel keine nennenswerte Rolle mehr.
Biodiesel wird in Deutschland hauptsächlich aus Rapsöl hergestellt. Die Aussaatfläche von Winterraps in Deutschland bleibt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes jedoch stabil bei 1,32 Millionen Hektar. In Niedersachsen sieht das Statistische Bundesamt eine Verringerung der Anbaufläche um etwa fünf Prozent auf 119.500 Hektar voraus, während die UFOP einen rund zweiprozentigen Zuwachs der Anbaufläche prognostiziert. Dass der Einbruch des Absatzes von reinem Biodiesel nicht auf die Aussaatfläche durchschlagt, könnte in alternativen Verwendungszwecken von Rapsöl zu suchen sein. Verbessert hat sich vor allem die offene Deklarierung von Rapsöl, das früher zwar ebenfalls im Einzelhandel erhältlich war, allerdings unter der Bezeichnung Pflanzenöl.