Erbsen und Ackerbohnen sind im Ökolandbau wichtige Fruchtfolgeglieder. Sie reagieren besonders sensibel, wenn die Böden verdichtet sind.
Belastungswagen mit dem mittig montierten Schlepperhinterrad und Abdruckbilder: Der eingestellte Luftdruck betrug nach der Herstellertabelle (Michelin) für die Straßenfahrt (30 km/h, Situation ohne Reifenluftdruckverstelleinrichtung) bei 2,6 t Last 0,6 bar und bei 4,6 t Last 1,6 bar.
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Auf diese Weise tragen sie maßgeblich dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Diese Kulturen reagieren aber besonders sensibel, wenn die Struktur der Böden nicht optimal ist. Ein kritischer Punkt im Anbau von Erbsen ist die Bodenstruktur und damit verbunden der Luft- und Wasserhaushalt des Bodens. Die Versuche wurden auf vier sehr unterschiedlichen Standorten durchgeführt, um eine möglichst große Bandbreite zu erfassen. Die Skala reichte von schwach-lehmigem Sand über mittelsandigen Lehm und tonigen Schluff bis zu schluffigem Lehm. Alle Böden waren zum Zeitpunkt der Belastung oberflächlich sehr gut abgetrocknet und tragfähig.
Anhand der Trockenrohdichte, die ein Maß für die Dichte des Bodens ist, kann man erkennen, dass der Boden auf allen Standorten durch die steigende Radlast zunehmend verdichtet wurde. Im Umkehrschluss nahm die Luftkapazität, die den Anteil an luftführenden Grobporen widerspiegelt, mit steigender Verdichtung deutlich ab. Bereits diese Ergebnisse lassen erkennen, dass selbst unter Bedingungen der guten fachlichen Praxis - Befahren bei tragfähigem Boden und mit niedrigem bzw. nicht extrem hohem Reifeninnendruck - Radlasten die Bodenstruktur stark unterschiedlich beeinflussen.
Sinkende Erträge
Laut gängiger Meinung kann noch nicht von einer Schadverdichtung gesprochen werden, da die Werte der Trockenrohdichte bei 4,6 t Radlast auf allen Standorten in der mittleren Klasse liegen, in der noch normales Wurzelwachstum möglich ist. Bei etwas höherer Bodenfeuchtigkeit, höherem Reifeninnendruck oder höheren Radlasten kann es allerdings schnell passieren, dass der Boden bei der Überfahrt stärker und damit tatsächlich schadverdichtet wird. Zum momentanen Zeitpunkt liegen zweijährige Ertragsergebnisse von 2009 und 2010 vor. In sechs von sieben Fällen sank der Erbsenertrag in Folge der Bodenbelastung. Der Effekt der Belastung mit 2,6 t lag zwischen +4 % und -30 %, im Mittel bei etwa -10 %. Die Belastung von 4,6 t hatte im Vergleich zur Kontrolle Ertragseffekte zwischen +2 % und -53 %, im Mittel von ca. -24 %.
Hafer reagierte auf diesen Standorten und in diesen beiden Jahren weniger deutlich auf die steigenden Radlasten, was nicht heißen sollte, dass der Hafer weniger Augenmerk auf die Bodenstruktur erfordert. Eine gute Bodenstruktur im Ober- wie im Unterboden ist für einen sicheren und hohen Erbsenertrag unbedingt nötig. Zu berücksichtigen ist, dass die Messungen jenen Bereich betreffen, der bei der Saat befahren wird. Bei einer angenommenen Arbeitsbreite von 300 cm und einer Reifenbreite von 65 cm, werden 43 Prozent des Feldes bei der Saat befahre.
Technische Lösungen
Grundsätzlich gilt: Mit möglichst geringer Radlast und möglichst niedrigem Reifenluftdruck bei möglichst tragfähigem Boden (trocken, nicht überlockert) über das Feld fahren, dann ist das Risiko einer Boden(schad)verdichtung am geringsten. Damit kommt der Auswahl des Traktors, seiner Bereifung und der Art des Anbaugerätes (Gewicht und Art des Anbaus) eine entscheidende Bedeutung zu. Man kann davon ausgehen, dass allein ein Absenken des Reifeninnendrucks laut Herstellertabellen von Straßenfahrt auf Feldfahrt bei entsprechender Bereifung gut die Hälfte des hier beschriebenen Effektes bringt. Hierfür gibt es Air-Booster-Sets, zum schnellen Absenken und Wiederbefüllen des Reifens oder eine Reifenluftdruckverstellanlage. Ein Wechseln von einer angebauten zu einer aufgesattelten Bestellkombination der selben Arbeitsbreite bringt in etwa den beobachteten Effekt von 4,6 t zu 2,6 t, da sich dadurch die Last, die sich auf der Schlepperhinterachse abstützt, deutlich reduziert und gleichmäßiger auf den Boden verteilt wird. Wählt man ein Gerät mit einer größeren Arbeitsbreite ist es schwierig, die Effekte gegeneinander abzuwiegen.
Positiv ist, dass durch die größere Arbeitsbreite weniger Fläche befahren wird, andererseits steigt aber auch das Maschinengewicht und damit die Radlast am Schlepper, was den befahrenen Bereich eindeutig mehr belastet. Allerdings sind Bestellkombinationen mit 4,5 oder auch 6 m Arbeitsbreite meist aufgesattelte Geräte, die während der Feldarbeit den oben genannten positiven Effekt mit sich bringen.