Eine ähnliche finanzielle Unterstützung wie bei den erneuerbaren Energien durch das EEG wünscht sich die deutsche Brennstoffzellenindustrie (BZ-Industrie) für ihre Produkte. Vor allem in Privathäusern werden große Potenziale für den Ausbau dieser Technologie bis 2020 gesehen.
Kraft-Wärme-Kopplung im Keller: Für Brennstoffzellen-Heizgeräte, die auch Strom erzeugen, erwarten Experten einen guten Markt. Foto: Baxi Innotech
Die Branche hat klare Vorstellungen. „Wir fordern während eines überschaubaren Zeitraumes Markteinführungsprogramme für die Vergütung von Wärme und Strom“, sagte Guido Gummert, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzellen im Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA) anlässlich der Hannover-Messe. Gummert nannte insbesondere Investitionskostenzuschüsse, betonte aber auch, dass die Förderung kein Fass ohne Boden werden soll, nannte hierbei die Photovoltaik, „über deren Förderung derzeit nicht positiv diskutiert wird“.
Mehrfach wurde darauf hingewiesen, dass die BZ-Hersteller stabile energiepolitische Rahmenbedingungen benötigen und weitere Anreize zur Kostensenkung und Systemoptimierung. Auch wurde der Abbau von Markthemmnissen gefordert.
Umsätze steigen
Der Brennstoffzellentechnik, bei der bekanntlich die chemische Reaktionsenergie eines zugeführten Brennstoffes (zum Beispiel Gas oder Biogas) und eines Oxidationsmittels in elektrische Energie umgewandelt wird, ist in Deutschland bisher nicht der richtige Durchbruch gelungen. Die Umsätze bei stationären Anwendungen, beispielsweise Hausheiztechnik, und früheren Märkten, etwa Methanol, bewegen sich im zweistelligen Millionenbereich. Sie steigen aber rasant, wie einer neuesten Umfrage des Verbandes bei 204 Firmen zu entnehmen ist.
Ab 2011 werden zweistellige Zuwachsraten erwartet, so dass die Branche spätestens 2020 auf über eine Mrd. Euro Umsatz kommen könnte. Hierin nicht enthalten sind die Transportmärkte, etwa in der Automobilindustrie, in der jetzt schon jährlich mehrere hundert Millionen Euro investiert werden.
Die Zahl der Direktbeschäftigten in der BZ-Industrie, die vornehmlich in Süddeutschland beheimatet ist, soll bis 2020 von derzeit 2.000 auf über 5.000 steigen. Schwerpunktmäßiges Betätigungsfeld dürfte die Hausenergie sein. Die Stückzahlen stationärer Brennstoffzellen soll bis 2020 auf mindestens 70.000 wachsen. „Mit einigen hundert Megawatt pro Jahr sind die Brennstoffzellen dann auch energiewirtschaftlich bedeutend“, ergänzte Johannes Schiel, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzelle.
Effiziente Technologie
Nach Verbandsangaben kommen alleine in Deutschland jährlich 250.000 Eigenheime für die Umrüstung zu einem hocheffizienten Brennstoffzellen-Heizgerät in Betracht. Die auf Mikro-KWK basierte Brennstoffzellen-Technologie biete die effizienteste aller bekannten Technologien innerhalb der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Das mit 1,0 kWel und 1,7 kWth ausgelegte Aggregat eines Anbieters, das mit Erdgas gespeist wird, sei speziell auf die energetischen Anforderungen von Einfamilienhäusern abgestimmt, hieß es.