Bei der Delegiertenkonferenz des Landvolkes Vechta sprach Werner Schwarz, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, über Flächenverbrauch, Gentechnik und gemeinsame Agrarpolitik.
Zu seiner eigenen Zukunft innerhalb des Deutschen Bauernverbandes äußerte sich Schwarz nur vage.
Die Landwirtschaft kann einen Beitrag zur Lösung der globalen Probleme leisten. Um dieses Ziel zu erreichen müssten die Erträge auf den vorhandenen Flächen gesteigert und der Flächenverbrauch gesenkt werden, forderte Werner Schwarz. Seit 30 Jahren stagniere die weltweit verfügbare landwirtschaftliche Nutzfläche bei rund 1,5 Mio. ha. Was in Russland oder Südamerika gewonnen werde, gehe in Asien und Europa verloren. Allein China habe in einem Jahrzehnt 8 Mio. ha verbaut. In Deutschland würden täglich 90 Hektar versiegelt. Deutschland brauche ein Ackerschutzgesetz, damit Ackerland nicht weiter unüberlegt anderen Interessen geopfert werde.
Auch die Diskussion um die Gentechnik müsse neu aufgerollt werden. „Der Rest der Welt ist hier viel weiter als der satte Westen“, stellte Schwarz fest. Der aktuelle Ertragszuwachs von etwa einem Prozent reiche nicht aus, um in Zukunft Lebensmittel und Preiskrisen zu vermeiden. Gebraucht würden Pflanzen, die auch auf Flächen gedeihen, die eigentlich kein Potenzial haben, die gegen Salz, Kälte, Trockenheit und Hitze tolerant sind.
Die Welternährungsorganisation FAO reche damit, dass 2030 rund 55 Prozent mehr Nahrungsmittel benötigt werden, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Um dies zu erreichen und den Frieden zu wahren, werde eine Landwirtschaft gebraucht, die zu vertretbaren Preisen produziert. Dies bedeute auch, dass die Preise dauerhaft nicht in traumhafte Regionen abheben werden.´
Kritisch äußerte sich Schwarz zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik. Bedenklich sei vor allem die Begründung für das geplante „Greening“. Bisher habe ein Konsens bestanden, dass es angesichts der hohen Standards und Auflagen in Europa einer Förderung bedarf, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Unter dieses Ziel lasse sich das „Greening“ nicht mehr einordnen. Durch zusätzliche Auflagen oder den Verzicht auf die Prämie werde der Wettbewerbsdruck auf die Betriebe erhöht. Betroffen seien von den Plänen vor allen mittlere Betriebe mit Tierhaltung, die auf jeden Hektar Fläche angewiesen seien. Es sei nicht notwendig der Agrarpolitik einen grünen Anstrich zu verpassen, betonte Schwarz. Trotzdem müssten sich die Landwirte wohl auf das „Greening“ einrichten, befürchtet er.
Wichtig sei es nun, eine gewisse Flexibilität zu ermöglichen und den Prozentsatz möglichst niedrig zu halten. Die Landwirte in Norddeutschland werden auch in Zukunft erfolgreich sein, ist sich Schwarz sicher. Um die Produktivität weiter zu steigern, müsse in Forschung Ausbildung, und Technik investiert werden.
Zu seiner eigenen Zukunft innerhalb des Deutschen Bauernverbandes äußerte sich Schwarz nur vage. Es würden im Moment viele vertrauliche Gespräche geführt, erklärte der Redner, der als möglicher Kandidat für die Nachfolge Gerd Sonnleitners gehandelt wird, auf Nachfrage.