Elke und Günter Hinck aus Oldendorf im Kreis Stade werden mit ihrem Jungrind Cecilia auf der Fleckvieh-Bundesschau in Berlin die niedersächsischen Farben vertreten. Wir stellen Sie nachfolgend vor.
Das Ehepaar hat landwirtschaftliche Wurzeln (beide kommen von Milchviehbetrieben) und so lag es trotz einer anderen beruflichen Herausforderung für die beiden Zuchtinteressierten nahe, der Praxis zumindest im Nebenerwerb treu zu bleiben. Den Grundstein legte Elke Hinck 2003 mit einem Rind als Geburtstagsgeschenk für ihren Mann, das auf dem Hof des Bruders einen Stallplatz fand.
Schnell findet der gelernte
Landwirt nicht nur Gefallen am Rind, sondern auch am Zuchtgeschehen. Das erste Zuchttier, ein elf Monate alter Bulle, verließ 2005 den Hof. Ein Jahr später ist er mit der Kuh Christa Pionier bei der Tarmstedter Fleischrinderschau; dort hatte es zuvor noch keine Fleckviehtiere gegeben. Seither ist man bei dieser Schau jedes Jahr mit von der Partie, und das mit Erfolg: 2011 gab es für zwei Kühe mit Kälbern bei Fuß Ia und Ib. Beim Verdener Fleischrindertag vor zwei Jahren konnte der Bulle
Claas für 3.000 € verkauft werden und sorgte bei den Besitzern für ein mehr als zufriedenes Echo.
„Es war total aufregend mit dieser in Niedersachsen doch eher seltenen Rasse“ erinnern sich Hincks an ihre ersten züchterischen Gehversuche. Auf jeden Fall merkte das Ehepaar sehr schnell, dass Schauen ein gutes Schaufenster für interessierte Kollegen und Käufer sind. Mittlerweile ist die Herde durch eigene Zucht und gezielten Zukauf auf sechs Mutterkühe plus Nachzucht angewachsen.
In der kommenden Woche geht es mit dem 13 Monate alten Jungrind Cecilia (Mutter Christa, Vater Hoeness) zur Bundesrasseschau in die Bundeshauptstadt. „Wir wollen sehen, wo wir züchterisch stehen und was wir verbessern können“, freuen sich Hincks auf die Teilnahme. Für die Auswahl entscheidend waren Fundament, Bemuskelung und Charakter.
Seit vier Wochen wird mit dem bereits geschorenen Ausstellungstier täglich fleißig geübt (siehe Titelbild), Führigkeit will halt gelernt sein. Deshalb werden alle Tiere im Kälberalter an den Strick gewöhnt. Nun wird Cecila „das Laufen mit erhobenem Kopf“ beigebracht. Der Kopf muss dabei nicht wie bei Pferden hochgestellt sein, sondern soll eine Linie mit dem Rücken bilden.
Im Berliner Schauring wird wichtig sein, das Tier in die Halle blicken zu lassen, damit es sich an die Umgebung gewöhnt. Der Vorführer muss in ständigem Kontakt und mit voller Konzentration beim Tier sein. Wenn das Tier in der Mitte des Richtrings dem Schaurichter vorgestellt werden soll, bedarf dies etwas Training, da ein optimales Plazieren des Tieres notwendig wird.
Erreichen kann man dies durch das Anhalten und anschließende Korrigieren der Füße mit Hilfe des „Schau-stockes“ für die Hinterbeine (durch leichtes Klopfen auf den empfindlichen Kronsaum des Beins, das bewegt werden muss) oder durch Drehen des Kopfes für die Vorderbeine. Dreht man den Kopf des Tieres nach rechts, so wird es das linke Vorderbein zuerst bewegen und umgekehrt.
Zur Schau sind 112 Spitzentiere (Rinder, Färsen, Kühe und Bullen) aus allen deutschen Zuchtgebieten gemeldet. Prämiert wird in sechs Kategorien. Aus Niedersachsen sind neben Elke und Günter Hinck noch Matthias Kirchhoff, Helmut Focke und Regina Knips dabei. Diese Aussteller sind Mitglieder im Bundesrasseverband VDSI. Samstag, 21. Januar, findet von 14 bis 18.30 Uhr in Halle 25 das Preisrichten statt. Am Sonntag gibt es um 14 Uhr eine Präsentation der Schautiere.
Fleckvieh in Fleischnutzung (Fleckvieh-Simmental) ist in den vergangenen drei Jahrzehnten durch Selektion aus der Doppelnutzungspopulation (Milch und Fleisch) hervorgegangen. Mit 12.000 Herdbuchkühen und 170.000 fleckviehblütigen Kühen in der Mutterkuhhaltung gehört Fleckvieh in Fleischnutzung zu den stärksten Fleischrinderrassen in Deutschland - und ist die größte europäische Herdbuchpopulation der Rasse. Die Tiere sind genetisch hornlos und kommen sowohl mit intensiven als auch mit extensiven Standortbedingungen gut zurecht.