Landwirt Friedrich Amme wirtschaftet in Eltze bei Uetze (östlich von Hannover) auf relativ leichten Sandböden mit wenigen Steinen. Angebaut werden dort in der Region schwerpunktmäßig Kartoffeln, Zwiebeln und Gemüse. Die LAND & Forst sprach mit ihm über seine Erfahrungen mit der Bodenbearbeitung.
Der 3-balkige Grubber besitzt ein großes Einsatzspektrum, ob zur flachen Stoppelbearbeitung oder zur intensiven Bodendurchmischung.
Foto: Horsch
Auf dem Betrieb Amme werden intensiv und langjährig Kartoffeln, Zuckerrüben,
Braugerste und Wintergetreide angebaut. Durch die leichten Böden sind die Landwirte gezwungen alle Früchte zu beregnen, ohne geht es nicht.
Kaum noch Erosion
Auf seinen Flächen hatte er bis zum Jahr 2003 immer Probleme mit der Entwicklung der Rüben. „Wir haben auf unseren leichten Sandböden gepflügt und damit lag der
Dünger unten im Boden. Die Rüben kamen oben nicht oder kaum an ihn heran. Das heißt, wir hatten große Probleme mit der Jugendentwicklung. Auch beim Spritzen gab es Schwierigkeiten, die Pflanzen waren nicht widerstandsfähig genug. Das war unbefriedigend, es musste etwas passieren“, erklärt Amme.
Auch mit Erosionsproblemen musste er sich immer wieder beschäftigen. Wenn es im Mai trocken wurde, hatten die kleinen Rüben auf den Sandböden arg mit dem Wind zu kämpfen und oft genug verloren sie. In den 90er Jahren experimentierte Amme z. B. mit
Gerste als Verwehschutz. Die Rüben wurden hineingedrillt und die
Gerste später abgetötet.Diese Variante war besser, aber nicht zufriedenstellend. Weiterhin führte er auch viele Gespräche mit Kollegen und Beratern, um seine Erträge auf seinen Böden zu verbessern.
Vor acht Jahren hat er sich dann für die Teilnahme am Agrar-Umweltprogramm NAU (Mulch- oder Direktsaat- oder Mulchpflanzverfahren) entschieden und seitdem haben sich seine Flächen erheblich gewandelt.
Hinzu kommt, dass Friedrich Amme auch gerne etwas ausprobiert, um neue Erfahrungen zu sammeln. Berufskollegen hatten ihre Rüben in einen gemulchten Senfbestand gedrillt, er versuchte es wegen seiner Fruchtfolge mit Ölrettich. Auch auf seinen Sandböden sehen die Rüben damit viel besser aus. Gedrillt werden die Rüben mit einer konventionellen Drillmaschine. „Wir düngen und arbeiten den Ölrettich leicht ein, so dass die Rüben gute Startbedingungen vorfinden. Der Wind hat keine Chance mehr und die Pflanzen haben eine erheblich vitalere Jugendentwicklung. Auch der Herbizidaufwand ist nicht gestiegen“, betont der Landwirt. Allerdings müsse man sich auf den leichten Böden schon mit der Queckenbekämpfung konsequent auseinandersetzen und rigoros eingreifen.
Seine Bodenbearbeitung zu Rüben richtet sich aber auch nach der Bodenfeuchtigkeit. Sollte der Boden relativ nass sein, dann wird etwa zehn bis 15 Zentimeter tief gegrubbert, ansonsten auch tiefer. „Mit der Mulchsaat haben wir eine Zeit-, Energie- und damit Kosteneinsparung gegenüber dem Pflügen und die Bestände sind gleichmäßiger und die Erträge liegen höher“, so Amme.
Verbesserte Tragfähigkeit
Die besseren Böden bei Amme (40 bis 50 Bodenpunkte), die länger feucht sind bzw. im Herbst eher nass werden, zeigen durch diese Art der Bodenbearbeitung eine erheblich verbesserte Tragfähigkeit. Im Schnitt werden diese Fläche nur noch alle vier bis fünf Jahre gepflügt, sonst nur gegrubbert. Sobald die Wintergerste in der Fruchtfolge auftaucht, setzt Amme aber weiterhin auf den Pflug: „Noch habe ich mich nicht getraut auch zu Wintergerste das Mulchsaatverfahren einzusetzen, aber bei den Kartoffeln fahren wir schon einige Versuche. Noch aber nicht so erfolgreich.“
Seine Erfahrungen haben ihm gezeigt, dass die Aussage „einmal Pflügen im Frühjahr kostet unsere Flächen 30 mm Wasser“ auch so bestätigt werden könne: „Und das können wir uns hier einfach nicht leisten.“ Sein Grubber hat sich zum zentralen Bodenbearbeitungsgerät auf dem Betrieb etabliert. Vorteil gegenüber dem Pflug auf seinen Flächen: Der komplette Boden wird nicht umgedreht, sondern unten nur gelockert (z.B. in 35 cm Tiefe) und in den oberen zehn Zentimetern wird er vermischt.
Sein positives Fazit deshalb: „Die Sandböden auf dem Betrieb haben in den vergangenen Jahren eine schöne Gare entwickelt. Im oberen Bereich befindet sich ein guter Humusanteil, unten ist die Pflugsohle fast gänzlich verschwunden. Die Wasserhaltekraft der Böden hat sich erhöht und zusätzlich fühlen sich die Regenwürmer sichtlich wohl. Allerdings ist das ganze System anspruchsvoller als wenn nur gepflügt wird.“ Er müsse sich mehr mit Boden, Wetter, Fruchtfolge und z.B. der Grubbereinstellung beschäftigen und die Informationen in entsprechende Zusammenhänge bringen.
Mehr Infos auch direkt bei Friedrich Amme unter Tel. 05173-580.