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[ » LAND & Forst » Content » Forst » Holzmarkt ]
Donnerstag, 17.05.2012
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Forst | 10.11.2011 Redaktion Land und Forst

Keine Anzeichen für eine Flaute

Die internationale Finanzsituation ist angespannt und Wachstumsprognosen müssen nach unten korrigiert werden. Davon unberührt steht der Holzmarkt bislang stabil da. Der Bericht für das vierte Quartal dieses Jahres verdeutlicht die Situation in den verschiedenen Sortimenten.

Rundholz wird weiterhin gut nachgefragt. Besonders in Euro-Krisenzeiten kommt es aber auf eine stabile Mengen- und Preispolitik aller Beteiligten an.© Mitze
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Rundholz wird weiterhin gut nachgefragt. Besonders in Euro-Krisenzeiten kommt es aber auf eine stabile Mengen- und Preispolitik aller Beteiligten an.
© Mitze
Nadelschnittholzpreise stagnieren
 
Eine seit dem Frühjahr 2011 anhaltende, mäßige Geschäftstätigkeit auf den meisten deutschen Absatzmärkten für Nadelschnittholz hat dazu geführt, dass die aktuellen Nadelschnittholzpreise stagnieren oder zum Teil auch nachgeben. Ein gutes Angebot aus dem Inland sowie ein anhaltender Importdruck bei gleichzeitig rückläufigen Exportpreisen tragen hierfür Verantwortung.

Kiefer und Fichte noch nicht angeglichen
 

Die hohe Nachfrage nach Fichtenrundholz in Niedersachsen aus den Sommermonaten hat sich aktuell etwas beruhigt. Die Sägerschaft kann höhere Rundholzpreise bei ebenfalls steigendem Energiekostenniveau nicht mehr an ihre Kunden weitergeben. Die Rentabilität der Sägebetriebe ist angespannt. Produktionskürzungen werden angedacht, um Ein- und Verkaufsmärkte zu stabilisieren. Insofern sah sich der private Waldbesitz entgegen dem Trend der weiter steigenden Preise in Süddeutschland (mit teils über 100 €/Fm) nicht in der Lage, höhere Preise durchzusetzen.

Für Niedersachsen wird in den Hauptanbaugebieten der Fichte, also Südniedersachsen und Osnabrücker Land, ein Preisniveau im Privatwald zwischen 95 und 97 €/Fm für die Stärkeklasse 2b (Mittendurchmesser 25 bis 29 cm ohne Rinde) in B/C-Qualität gezahlt. Im Norden Niedersachsens und in der Heide schwankt der Preis im vorgenannten Leitsortiment zwischen 88 und 92 €/Fm.

Mit der deutlich reduzierten Verfügbarkeit von Fichtenstammholz und dem entsprechend hohen Preisniveau ist das Interesse an Kiefernsortimenten von den Abnehmerbranchen weiter hoch. Fast alle „klassischen“ Fichtensäger - insbesondere in Norddeutschland - haben mittlerweile nennenswerte Anteile von Kiefer in ihrem Sägeprogramm. Dies hat auch dazu geführt, dass die in der Vergangenheit vorhandene, deutliche Preisdifferenz zwischen Fichte und Kiefer zugunsten der Kiefer nachgebessert werden konnte.

Die Preise für Kiefer konnten in den aktuellen Preisverhandlungen leider nicht näher an die der Fichte herangeführt werden. Für das Leitsortiment der Stärkeklasse 2b (Mittendurchmesser 25 bis 29 cm ohne Rinde) werden in B/C-Qualität Preise zwischen 70 und 75 €/Fm erzielt. Für Export-Kiefer in der Stärkelasse 3a+ (Mittendurchmesser 30 cm ohne Rinde aufwärts) werden Preise zwischen 72 und 85 €/Fm niedersachsenweit gezahlt.
Mit der angekündigten Betriebsaufnahme eines zweiten Palettensägewerkes am Standort Uelzen hat sich die Nachfrage nach Palettenabschnitten in der Ausformung 2,40 + 0,10 m belebt. Das Preisgefüge liegt zwischen 36 und 37,50 €/Rm.

Eiche stabil bis verbessert

Laubholz: Die Absatzmöglichkeiten für Laubschnittholz haben sich nach Angaben der Hersteller sowohl im Inland, wie auch im Export - hier insbesondere nach Asien - nicht deutlich verbessert. Mit der Maßgabe, früh in die Saison zu starten, konnten bei ersten Abschlüssen für Buchenrundholz Preissteigerungen von 5 bis 7 %, in Einzelfällen auch bis zu 10 % für C-Holz erzielt werden. Die Preise für Buchenrundholz in B-Qualitäten laufen seitwärts. Im Mittel bewegen sich die jüngsten C-Preise für Buchenstammholz der Stärkeklasse L4 (Mittendurchmesser 40 bis 49 cm ohne Rinde) zwischen 63 und 70 €/Fm ab Wald. Bei schwächerer und auch schlechterer Ware ist die Nachfragesituation beim Energieholz ungebrochen gut und die Preise mit bis zu 63 €/Fm nach unten abgesichert.

Bei der Eiche ist die Markteinschätzung aufgrund laufender Verhandlungen noch nicht klar zu deuten. Es zeichnet sich allerdings eine stabile Situation gegenüber dem Vorjahr ab, bei einzelnen Sortimenten gar mit leichten Preisanhebungen. C-Qualitäten  kommen bei Stärkeklasse L3a (Mittendurchmesser 30 bis 34cm ohne Rinde) auf 75 €/Fm, bei Stärkeklasse L3b (Mittendurchmesser 35 bis 39 cm ohne Rinde) auf 100 €/Fm und bei Stärkeklasse L4 (Mittendurchmesser 40 bis 49 cm ohne Rinde) auf 125 bis 135 €/Fm. Die B-Qualität in der Stärkeklasse L4 (Mittendurchmesser 40 bis 49 cm ohne Rinde) wird zwischen 260 und 270 €/Fm bewertet. Für die „Landhausdielen“-Eiche werden in der Stärkeklasse L4 (Mittendurchmesser 40 bis 49 cm ohne Rinde) Preise zwischen  185 und 190 €/Fm und in der Stärkeklasse L5 (Mittendurchmesser 50 bis 59 cm ohne Rinde) Preise zwischen 210 und 220 €/Fm gezahlt. Das Eichen-Parkettholz I kommt auf Preise zwischen 75 und 85 €/Fm.

Die in der letzten Saison als Trendholzart gehandelte Esche läuft weiterhin sehr gut. Die Nachfrage übersteigt deutlich das Angebot. Da die Preisverhandlungen derzeit noch laufen, gehen die Forstexperten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mindestens von Frühjahrspreisen aus. Für B-Qualität im Freihandverkauf wurde im Frühjahr dieses Jahres bei L4 (Mittendurchmesser 40 bis 49 cm ohne Rinde) ein Preis von 150 bis 160 €/Fm und bei L5 (Mittendurchmesser 50 bis 59 cm ohne Rinde) Preise um 180 €/Fm genannt. Für das C-Holz gelten Preise in den  Stärkeklassen L4 bis 6 von 100 bis 120 €/Fm, in CGW-Qualität  (Güteklasse C, aber gw = geringwertig) von 60 €/Fm.

Industrieholz: Seit Mitte Oktober haben alle größeren Vermarktungsorganisationen des Privatwaldes in Niedersachsen ihre Industrieholzmengen für das 4. Quartal 2011 abgesichert. In verschiedenen Fällen wurde auch eine Mengen- und Preisvereinbarung bis Ende März 2012 getroffen. Demnach bleibt der Preis für Kiefern-Industrieholz in OSB-Qualitäten weitestgehend stabil. Unter Druck ist in den letzten Wochen flächendeckend das Industrieholz in FK-Qualitäten (Mischgüte: fehlerhaft/krank) geraten. Im Zusammenhang mit einem höheren Anfall dieser geringeren Qualitäten im Normaleinschlag beeinflusste auch der ungünstige Witterungsverlauf dieses Jahres mit einer stark ausgeprägten Verblauung der Kiefer den überhöhten Anfall dieser Industrieholzqualitäten. Vereinzelt wurde die Anfuhr dieses Holzes von der Holzindustrie mengenmäßig stark limitiert, vereinzelt auch ausgesetzt. Spotmengen ohne vertragliche Absicherung begünstigen den Abwärtstrend in diesem Segment. Insofern wird allen Waldbesitzern von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit Nachdruck angeraten, den Einschlag ausschließlich vorher über die bekannten Holzvermarktungsorganisationen des Privatwaldes abzusichern.

In der Regel werden für OSB-Sortimente im Hauptaufkommensgebiet der Heideregion Preise um 30 €/Rm gezahlt. Für Nadelindustrieholz zur Zellstoff- und Spanplattenproduktion werden Preise zwischen 25 und 27 €/Rm niedersachsenweit gezahlt. Für Fichten-Schleifholz sind im Westen Niedersachsens Preise von 36 bis 37 €/Rm ab Wald zu bekommen.

Mit den Ergebnissen der jüngsten Preisverhandlungen im Privatwald Niedersachsens hält die stabile Holzmarktsituation weiterhin an. Waldbesitz und aufnehmende Holzindustrie sind gut beraten, ihr „business as usual“ ohne Übertreibungen nach oben oder unten fortzusetzen. Mit einer stabilen Mengen- und Preispolitik werden die Unsicherheiten der allgemeinen Wirtschaftswirren am besten gemeistert. Die Forstwirtschaft verfügt anhaltend über eine gute Wirtschafts- und Einkommensperspektive und dessen sind sich die Waldbesitzer auch bewusst.
Frank Haufe LWK Niedersachsen Quellen: EUWID, HZBL, IHB, Holz Journal
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