Branchenvertreter sprachen mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen über die zukünftigen gravierenden Änderungen bei der Anpassung der Vergütungssätze für PV-Strom.
Strom aus Photovoltaikanlagen erreicht bereits in diesem Jahr das Niveau privater Stromtarife.
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Die Anpassung für Neuanlagen wird künftig nicht mehr halbjährlich vorgenommen, sondern vermutlich monatlich, möglicherweise auch vierteljährlich. Das wurde nach einem Gespräch der deutschen Solarwirtschaft mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen bekannt.
Bei der Zusammenkunft am vergangenen Donnerstag im Bundesumweltministerium (BMU) sollte über die weitere Marktentwicklung der Photovoltaik und den Umgang mit den zuletzt hohen Zubauzahlen diskutiert werden. Allein im Dezember waren etwa 3 GW an Photovoltaik-Leistung installiert worden, fast die Hälfte des gesamten Zubaus in 2011. Ihre Besitzer kommen noch in den Genuss der alten höheren Sätze.
Vorzieheffekt
Der Run auf PV-Anlagen war unter anderem auf Vorzieheffekte aufgrund der turnusgemäßen Förderkürzung zum Jahreswechsel (minus 15 %) und auf die erneute Diskussion um eine Mengenbegrenzung („Deckel“) zurück zu führen. Mit der neuen Anpassungsregelung verfolgt Röttgen das Ziel, den Zubau stärker zu begrenzen. Zusatzabsenkungen über die bislang im EEG fixierten maximal 24 % im Jahr hinaus sind jedoch nicht vorgesehen. In den Tagen vor dem Treffen war darüber spekuliert worden, ob nach der Senkung zum Jahresbeginn im Juli um weitere 15 % gekürzt werden soll.
Bereits im Vorfeld des Treffens wurde deutlich, dass das BMU einen festen Deckel ablehnt. Dieser war in den letzten Wochen wiederholt insbesondere von Teilen des Wirtschaftsflügels der Union und vom Bundeswirtschaftsminister gefordert worden. Die vom BMU geplante Neuregelung erfordert eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in den nächsten Monaten.
Ausbau unverzichtbar
„Das Treffen fand in offener und konstruktiver Atmosphäre statt“, teilte der Bundesverband Solar (BSW) in einer Presseinformation mit. Die Branchenvertreter haben dem Bundesumweltminister dargelegt, dass ein kraftvoller weiterer Ausbau der Solarstromnutzung für die Energiewende in Deutschland unverzichtbar, von den Bürgern gewollt und auch bezahlbar ist. Dabei wurden die durch Technologieentwicklung und Massenfertigung bedingten großen Erfolge bei der Kostensenkung herausgestellt: Nach einer Halbierung der Kosten für Anlagen in den vergangenen drei Jahren konnte die Solarförderung in diesem Zeitraum in gleichem Maße verringert werden.
„Strom aus Photovoltaikanlagen erreicht bereits in diesem Jahr das Niveau privater Stromtarife. Damit trägt der weitere Ausbau von Solarstrom kaum noch zum Anstieg des Strompreises bei“, so der BSW weiter. Der Anteil am Strom-Mix könnte sich in den nächsten fünf Jahren von rund 4 auf rund 7 % steigern. Private Stromtarife würden dadurch bis 2016 um lediglich 2 % steigen, das haben jüngste Berechnungen der Prognos AG ergeben.
Im Laufe dieser Woche sollten weitere Gespräche stattfinden. Über deren Ergebnis werden wir in der kommenden Ausgabe berichten.