Lotta trifft sich regelmäßig mit ihrem besten Freund Ludwig im Café! Sie schnacken über das Leben und die Liebe. In dieser Ausgabe: Lottas Liebeskummer!
Erst stolpert er in mein Leben, hüpft gemeinsam mit meinem Herzen auf und ab, weckt meine Schmetterlinge auf, die sich schon seit Monaten auf einen Winterschlaf gefreut hatten und verschwindet wieder. Einfach so. Autsch. Am Kaffee und am Feuer der Liebe verbrannt. Genervt stelle ich die heiße Tasse wieder auf den Tisch. „Seit wann trinkst Du den Kaffee schwarz?“ fragt mich Ludwig mit hochgezogener Augenbraune und mustert mich skeptisch. „Seit Pete ein schwarzes Loch in meinem Leben hinterlassen hat.“ Zugegeben, das klingt etwas zu melodramatisch - aber es fühlt sich genauso an.
Pete habe ich vor einem Monat kennen gelernt. Er hat auf dem Betrieb meiner Eltern als Ernte-
helfer gearbeitet und ist nun wieder in seine Heimat nach Frankreich gereist. „Ich vermisse ihn so, sein Lachen, seinen braunen wilden Lockenkopf, seine grünen leuchtenden Augen mit einem gelben Fleck - wie ein Stern in dunkler Nacht, sein…“. „Lottaaaaaa!“, brutal reist mich Ludwig aus meinem Kopfkino. „Vielleicht kann ich ihn besuch...“. „Lotta, Du hast Flugangst! Schon vergessen?“ Traurig greife ich zur schwarzen Brühe. Kalt. Kalter Kaffee, so kalt, wie mein Leben ohne Pete.
Eure
Lotta
Weltuntergang! Darunter würde Lotta es auch nicht machen. Liebe ist nun mal absolut, einzigartig und kompromisslos - für Lotta jedes Mal aufs Neue. Und was mache ich jetzt mit diesem Häufchen Elend auf der anderen Seite des Tisches? Na sie aufmuntern, denn hat sie nicht gesagt Pete hätte ein schwarzes Loch in ihrem Leben hinterlassen?
„Weißt Du was das gute an schwarzen Löchern ist, Lottchen?“, ich grinse sie an. Sie guckt böse. Ein Vorgeschmack auf: Wenn Blicke töten könnten... „Nein im Ernst, das Gute an schwarzen Löchern ist, dass die Wissenschaft bis heute nicht weiß, wo man hinauskommen würde, wenn man sich hineinstürzt! Vielleicht ja an der französischen Atlantikküste, in den Dünen, mit Baguette, Baskenmütze und, nun ja: Pete. Viele Wege führen doch nach Frankreich, man muss ja nicht fliegen!“
Als ich das Glitzern in ihren Augen sehe, ist es nicht die Sonne, die sich in ihren Tränen bricht, sondern vielmehr ein Plan der in dem hübschen Kopf Gestalt annimmt und plötzlich bin ich mir unsicher, ob das vielleicht ein Fehler war...
Euer
Ludwig