Montag, 21.05.2012
Lohnunternehmer bei Lindemann
Hannover - Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann hat kürzlich das Präsidium des niedersächsischen Lohnunternehmerverbands zu einem Fachgespräch eingeladen.
In dem offen geführten Informationsaustausch standen insbesondere die Bedeutung der Dienstleistungsbetriebe für den ländlichen Raum, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, aber auch verschiedene Problemfelder im Mittelpunkt des Interesses. In dieser Hinsicht wurde besonders intensiv über die Wirtschaftsdüngung, u. a. in den Veredelungsregionen diskutiert.
Das Land Niedersachsen hat bereits angekündigt, dass die seit dem vergangenen Jahr geltende Bundesverbringungsverordnung in Kürze durch eine Landesregelung ergänzt wird. Damit soll ein umweltgerechter und nachhaltiger Einsatz der wertvollen Düngerohstoffe in Güllen, Misten und Substraten sichergestellt werden. Außerdem wurde das Thema der abfallrechtlichen Einstufung von Gülle aus Biogaslagen angesprochen, was erhebliche Konsequenzen auch für die Dienstleistungsbetriebe haben könnte.
Lohnunternehmer nehmen in der Biogasproduktion eine bedeutende Position ein. Bundesweit haben Lohnunternehmen in der Ver- und Entsorgung von mittlerweile über 6.000 Biogasanlagen einen bedeutenden Stellenwert. Der entsprechende Umsatz der Branche lässt sich auf jährlich etwa 500 Mio. € beziffern.
Eine besondere Herausforderung für die niedersächsischen Lohnunternehmer stellen die hohen Anforderungen einer leistungsgerechten Logistik und der große Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal, insbesondere während der Arbeitsspitze im Herbst dar.
Entsprechend glücklich ist die Branche über die weiterhin positive Entwicklung des „Lohnunternehmerberufs“ Fachkraft Agrarservice. Die große Nachfrage nach dieser interessanten Ausbildung hat die Eröffnung eines weiteren Berufsschulstandortes an der BBS Ammerland bzw. DEULA Westerstede erforderlich gemacht.
Nach eineinhalb Stunden endete das Fachgespräch mit großer Zufriedenheit über die erzielten Ergebnisse. Minister Lindemann zeigte insgesamt großes Interesse an der Berufsgruppe und konnte seinerseits die Vertreter der Landesgruppe durch eine hohe Fachkompetenz beeindrucken.
Dr. Martin Wesenberg
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