Aus den Ergebnissen der Landessortenversuche Körnerleguminosen wird deutlich: Der konventionelle Anbau dieser Kulturen hat keine Bedeutung mehr.
Die Standfestigkeit sollte bei der Auswahl einer Futtererbsensorte miteinbezogen werden.
© Raupert
Die Anbaufläche von Körnerleguminosen ist nach wie vor äußerst gering. Der Anteil der Produktion auf Flächen des ökologischen Landbaus liegt bei Futtererbsen bei rund 55 Prozent. Bei Ackerbohnen beträgt dieser Anteil rund 65 Prozent. Daran wird deutlich, dass der konventionelle Anbau dieser Kulturen keine Bedeutung mehr hat.
Selbst die Fördermaßnahmen der Vergangenheit, der unstrittig höhere Vorfruchtwert, die Strukturverbesserung des Oberbodens und die positive Auflockerung der Fruchtfolge haben die wirtschaftlichen Nachteile dieser Früchte nicht ausgleichen können. Es ist fraglich, ob diese Kulturen durch den Einsatz gezielter Förderungsmaßnahmen oder durch geänderte politische Rahmenbedingungen noch einmal zu neuer Blüte gelangen können.
Hinzu kommt, dass kaum noch Züchtungsprogramme existieren. Viele renommierte Züchterhäuser haben angesichts der weiter rückläufigen Anbauflächen aus wirtschaftlichen Aspekten die Beibehaltung dieser Zuchtprogramme sehr kritisch hinterfragt. Auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist gezwungen, die Intensität ihrer Beratung und die dafür zugrunde liegenden Versuchsanstellungen auf die Bedeutung der Fruchtarten abzustimmen. In diesem Fall gelingt dieses nur noch, weil auf Ergebnisse aus benachbarten Bundesländern und eine Zusammenfassung in größere Anbauregionen zurückgegriffen werden kann.
Erträge Futtererbsen
In der Anbauregion Marsch, Geest und Hügelland Nord konnte sich die Futtererbsensorte Respect im Erntejahr 2011 nach durchschnittlichen Vorjahresergebnissen mit einem Relativertrag von 106 sehr erfreulich präsentieren. Die Sorte zeichnet sich zudem durch eine sehr gute Standfestigkeit aus. Dieser Aspekt sollte bei Futtererbsen mindestens genau so stark berücksichtigt werden, wie die Ertragsleistung der Sorte.
Die Sorte Alvesta fällt dagegen nach zwei sehr guten Jahren deutlich zurück. Casablanca hat 2011 ebenfalls Einbußen gegenüber den Erntejahren 2008 bis 2010 zu verzeichnen. Auch Salamanca fällt gegenüber dem viel versprechenden erstjährigen Ergebnis in 2010 zurück. Sehr erfreulich präsentierte sich allerdings die neue Futtererbsensorte Navarro mit einem Relativertrag von 108. Hier sind jedoch weitere Versuchsjahre erforderlich, um die Leistung der Sorte sicher beurteilen zu können.
Auf den Sand- und Lehmböden Nordwest liegt unter den mehrjährig geprüften Futtererbsensorten Alvesta über alle vier Jahre konstant an der Spitze des gesamten Sortimentes. Die in den beiden Vorjahren ertraglich eher schwächere, aber sehr standfeste Sorte Respect positionierte sich zur Ernte 2011 über dem Standardmittelwert. Casablanca dagegen enttäuschte nach zum Teil deutlich besseren Vorjahren. Santana wartete 2011 wie im Vorjahr bereits zum zweiten Mal mit schwachen Ertragsergebnissen auf.
Zwei Futtererbsensorten können nunmehr zweijährige Ergebnisse aufweisen. Während KWS Amiata einen knapp mittleren Ertrag erzielte und somit etwa das Niveau von 2010 erreichte, konnte Auckland die gute Leistungsfähigkeit aktuell nicht bestätigen. Die neue Futterbsensorte Navarro präsentierte sich mit relativ 100 durchschnittlich.
Wie sehen die Ergebnisse nun bei den Ackerbohnen aus? Nach den mit 40,6 dt/ha recht niedrigen Erträgen in den Landessortenversuchen der Küstenregion zur Ernte 2010, sind die Werte bei Ackerbohnen in 2011 mit über 62 dt/ha wieder deutlich besser ausgefallen. Bei der Interpretation der Ergebnisse und beim Vergleich der Anbauregionen ist zu beachten, dass die Daten dieser Anbauregion das Mittel über die behandelte und unbehandelte Stufe darstellen, während auf den Lehmböden nur die unbehandelte Stufe berücksichtigt ist.
Unter diesen Bedingungen ist die Ackerbohne Fuego mit relativ 101 erneut die beste Sorte. Dieses wird vor allem bei der mehrjährigen Betrachtung deutlich. Isabell erreicht mit relativ 99 einen knapp mittleren Ertrag. In der Vergangenheit zählte Tangenta stets zu den leistungsfähigsten Sorten. Aufgrund von Mängeln des Versuchssaatgutes wurden jedoch die Erträge im Erntejahr 2011 nicht mit in die Auswertung einbezogen.
Auf den Lehmböden West liegen die Ackerbohnensorten Fuego und Isabell mit relativ 100 bei einem mittleren Ertrag von 52 dt/ha gleichauf in Höhe des Mittelwertes. Fuego erzielte in dieser Region in den Vorjahren jedoch konstant überdurchschnittliche Ergebnisse. Isabell tendierte dazu im Vergleich eher schwächer. Auch die 2011 nicht berücksichtigte Sorte Tangenta konnte in den drei Versuchsjahren 2008 bis 2010 nicht annähernd an die Leistungen der stärksten Sorte Fuego heranreichen.
Nachfolgend finden Sie die zugehörigen Tabellen zum Herunterladen: