Um einen umfassenden Überblick über die Einkommenssituation in der Landwirtschaft zu bekommen, veröffentlicht die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ihre Betriebsstatistik, in diesem Jahr mit den Durchschnittsergebnissen aus dem Wirtschaftjahr 2010/2011.
Auf insgesamt 180 Seiten sind die aktuellsten betriebswirtschaftlichen Daten der insgesamt 1.500 Testbetriebe der Landwirtschaftskammer plausibel und übersichtlich dargestellt. Die meisten landwirtschaftlichen Unternehmen in Niedersachsen können auf ein zufrieden stellendes Wirtschaftsjahr 2010/2011 zurückblicken. Ein durchschnittlicher Haupterwerbsbetrieb erzielte ein Unternehmensergebnis von 57.400 Euro und damit fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahl bedeutet für den Durchschnittsbetrieb eine angemessene Rentabilität, denn Arbeitskraft und eingesetztes Kapital wurden nahezu gleichermaßen entlohnt. Für die Ackerbauern (Marktfruchtbetriebe) begann das Wirtschaftsjahr überaus viel versprechend. Zwar brachte die Ernte 2010 nur durchschnittliche Erträge, die internationalen Märkte bescherten allerdings gute Getreide- und Kartoffelpreise. Allerdings verhinderten die um 30 Prozent gestiegenen Rohöl- und Düngemittelpreise ein noch besseres Resultat. Insgesamt konnten die Marktfruchtbetriebe ihre Ergebnisse um 50 Prozent steigern. Mit 77.700 Euro je Betrieb erwirtschafteten sie ein gutes Resultat.
Der Rohstoff Milch traf im vergangenen Wirtschaftsjahr auf ein weltweit begrenztes Angebot und eine rege Nachfrage. In der für Milchviehhalter (Futterbaubetriebe) erfreulichen Konsequenz stieg der durchschnittliche
Milchpreis auf 33,7 Cent je Kilogramm Milch. Das sind 27 Prozent mehr als im Wirtschaftsjahr 2009/2010. Doch auch hier führten hohe
Getreidepreise zu gestiegenen Futtermittelkosten, was die Mehrerlöse schmälerte. Immerhin erwirtschaftete ein durchschnittlicher Milchviehbetrieb ein Ergebnis von 73.800 Euro. Das sind über 50 Prozent mehr als im Wirtschaftsjahr zuvor.
Die Veredelungsbetriebe bekamen die heftigen Ausschläge des Schweinezyklus’ massiv zu spüren. Die Betriebe mussten im Durchschnitt mit 31.200 Euro ein Minus von fast 23 Prozent gegenüber 2009/2010 verkraften. Dieses Ergebnis zieht im Durchschnitt Eigenkapitalverluste um 15.000 Euro je Betrieb nach sich.
Die Schwerpunkte der LWK-Buchführungsstatistik liegen in den Betriebsformen Milchvieh,
Ackerbau und Veredlung. Auch nach naturräumlichen Regionen, sozioökonomischer Struktur, Größe und Bestandsdichten gibt die Betriebsstatistik 2010/2011 einen differenzierten ökonomischen Überblick für Wissenschaft, Wirtschaft, Beratung und Praxis. Per Fax oder e-mail kann die Betriebsstatistik 2010/2011 beim Fachbereich 3.1 der Landwirtschaftskammer (Tel: 0511 - 3665 - 4334 ; Fax - 4509; e-mail: edith.rudolph@lwk-niedersachsen.de) zum Preis von 22 Euro zzgl. Versandkosten bestellt werden.