Das QS-System hat in der deutschen Schweinefleischproduktion mittlerweile einen Deckungsgrad von über 90 % erreicht. Zum 1. Januar gibt es ein paar Neuerungen für Schweinehalter.
Drahtstücke in der Zunge eines Schlachtschweines werden nicht immer von Metalldetektoren gefunden.
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Das Jahr 2011 begann durch den „Dioxin-Skandal“ turbulent für die gesamte Kette der Eier- aber auch der Fleisch- und Fleischwarenerzeugung. Das QS-System zog hieraus Konsequenzen nicht nur für die Futtermittelwirtschaft, sondern auch für die Stufe Landwirtschaft. Um die Rückverfolgbarkeit der QS-Futtermittel sicherzustellen, soll von den Herstellern bei der Lieferung von losen Mischfuttermitteln in Zukunft die VVVO-Nummern der belieferten Landwirte registriert werden. Die Unternehmen sollen die technischen Voraussetzungen hierfür schnellstmöglich schaffen (Dokumentation auf Lieferscheinen/ Rechnungen).
Landwirte sollen ab dem 1. Januar 2012 bei Bestellungen von losen Mischfuttermitteln die VVVO-Nummer ihres zu beliefernden Standortes bereithalten und auf Nachfrage angeben.
Aus Tierschutzgründen wird zukünftig eine nicht vorhandene Alarmanlage in Ställen, bei denen bei Stromausfall ein ausreichender Luftaustausch nicht gewährleistet ist, ein K.o.-Kriterium.
Wenn Maßnahmen zur Identifizierung und Behebung der Eintragsquellen für Salmonellen mit dem Tierarzt abgestimmt und umgesetzt wurden, können Schweinemastbetriebe in Kategorie III über ihren Bündler eine Neukategorisierung vornehmen lassen.
Für Schweinehalter wird in dem neuen Leitfaden bereits auf die Änderungen hingewiesen, die sich mit dem Auslaufen der Übergangsfristen der Tierschutznutztierhaltungsverordnung 2013 ergeben werden. Diese werden etwa Anforderungen an Stallböden, -klima oder die Bestandsdichte betreffen. Im QS-Audit wird schon lange auf das Beschäftigungsmaterial geachtet, eine Negativliste im Leitfaden soll nun verdeutlichen, was konkret ungeeignet ist. Der Hintergrund: Schlachtunternehmen und Fleischverarbeiter finden laut QS leider nach wie vor sehr häufig einzelne Drahtrückstände in Schweinezungen. Durch Metalldetektoren sind diese Drähte mitunter nur schwer zu finden. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit Praktikern eine Negativliste erstellt, die klarstellt, welches Beschäftigungsmaterial definitiv nicht geeignet ist.
Vermutet wird, dass Drähte in Schweinezungen meistens von alten Autoreifen stammen. Auch alte Förderseile aus Metall, die in die Buchten gehängt werden, könnten Ursprung der Drähte sein, übrigens auch Draht von Kehrmaschinen. Des Weiteren stehen leere Behälter von Pflanzenschutzmitteln und von Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln auf der Liste. Die Analytik kann heutzutage kleinste Rückstände feststellen, man denke an den Dioxinvorfall Anfang des Jahres. Die Wirtschaft will einer diesbezüglichen Gefährdung vorbeugen.
Zudem sind Anforderungen, die die Vorbereitung eines Tiertransports betreffen und deshalb in der Verantwortung des Tierhalters liegen, in die Kapitel für die Stufe Landwirtschaft vorgezogen worden. Das Extra-Kapitel Tiertransport bezieht sich jetzt ausschließlich auf den eigentlichen Transport der Tiere.