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[ » LAND & Forst » Content » Agrarpolitik » Resistenzbildung_Antibiotika ]
Montag, 21.05.2012
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Agrarpolitik | 10.02.2012 Redaktion Land und Forst

Resistenzbildung verhindern

Die verbandspolitische Position in der aktuellen Debatte um den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung nahm bei der jüngsten Vorstandssitzung des Landvolkes Niedersachsen in Hannover breiten Raum ein.
Resistente Keime zu verhindern, nannte Landvolkpräsident Werner Hilse als wichtigstes Ziel einer neuen Antibiotikastrategie. Keinesfalls dürften diese Medikamente mit einem völligen Tabu belegt werden, war sich die Vorstandsrunde einig. Auch die Möglichkeit zu einem metaphylaktischen Einsatz als Bestands- oder Gruppenbehandlung müsse weiter offen bleiben. Hilse betonte jedoch, der Berufsstand sei für Korrekturen und eine Optimierung des Antibiotikaeinsatzes offen. Als zu kurz gesprungen wertete er Vorgaben, die allein auf eine Mengenreduzierung setzen.

Kritischen Äußerungen zum Dispensierrecht Tierärzte setzt das Landvolk Änderungen an den Betreuungsverträgen mit den Tierärzten entgegen. Sie dürften nicht über den Medikamenteneinsatz finanziert werden, hier seien alternative Abrechnungsmodalitäten gefragt, damit die Tierärzte sich nicht über den Medikamenteneinsatz finanzieren. Hilse wertete es als erfreulich, dass die Antibiotikadiskussion nicht von einer Rückstandsdebatte begleitet werde, die amtliche Lebensmittelkontrolle weise hier so gut wie keine Befunde auf.

Bei der Arbeit am Tierschutzplan Niedersachsen steht nun die Entscheidung über Pilotversuche an. Sie sollen in den Arbeitsgruppen erarbeitete Empfehlungen auf ihre Umsetzbarkeit in der Praxis testen. Franz-Josef Holzenkamp stellte die neuesten Varianten zur Diskussion um die Privilegierung landwirtschaftlicher Bauten auf Bundesebene vor. Danach lässt sich ein Königsweg noch nicht erkennen, offenbar ist hier weiter offensive Aufklärungsarbeit bei Politikern aller Ebenen gefragt.

Neue Überlegungen zur Nachvollziehbarkeit von Nährstoffströmen stellten Umweltreferent Hartmut Schlepps und Marktreferent Werner Bosse vor. Schlepps sah in der Anerkennung von Güllebörsen ein „Erfolgsmodell“. Sie hätten Tierhaltern den Bau zusätzlicher Stallplätze erleichtert. Um dieses Instrument weiter nutzen zu können, müssten die Behörden die Nährstoffströme aber noch transparenter machen. Die dazu fehlende datenschutzrechtliche Grundlage muss nach dem Votum des Vorstandes das Landwirtschaftsministerium in Hannover schaffen.

Hilse berichtete von einem intensiven Meinungsaustausch mit den Vertretern der im Landtag vertretenen Parteien über aktuelle agrarpolitische Themen. Dort wie auch bei Gesprächen im Rahmen der Grünen Woche sei deutlich geworden, dass die Landwirtschaft für noch viel mehr Transparenz in der Tierhaltung sorgen müsse. Dazu biete sich der Tag des Offenen Hofes am 17. Juni als ideale Gelegenheit an. Einige „weiße Flecken“ im Süden des Landes vom Lingen über das Osnabrücker Land bis zum Weserbergland sind aber noch zu bereinigen.
Letztmalig nahmen an der Vorstandssitzung Peter Cornelius für den Bezirk Oldenburg und Joost Meyerholz für den Bezirk Stade teil, denen Hilse für ihren langjährigen Einsatz dankte. Nachfolger sind Jürgen Seeger aus Oldenburg und Johann Knabbe für Stade. 
 
Br
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Keywords Antibiotika | Antibiotikaresistenz | Landvolk | Tierärzte
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