Hannover/London/Bielefeld - Das für Schafe und Rinder gefährliche Schmallenberg-Virus breitet sich in Niedersachsen zunehmend aus. Inzwischen sind 27 Betriebe betroffen.
Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vom Mittwoch wurde das Virus in Deutschland bisher bei Tieren in fünf Bundesländern festgestellt.
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Das teilte
ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums am Mittwoch mit.
Bestätigt worden seien inzwischen 43 Befunde, wobei häufig nur eines
von mehreren möglicherweise betroffenen Tieren untersucht würde.
Das Bundesagrarministerium will für den vor wenigen Monaten noch
unbekannten Erreger, von dem vorallem Kühe, Ziegen und Schafe befallen werden, eine Meldepflicht einführen. Das Virus führt unter anderem zu Fehl- und Missgeburten.
Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vom Mittwoch wurde das Virus in
Deutschland bisher bei Tieren in fünf Bundesländern
festgestellt. Die Fälle traten außer in Niedersachsen in Nordrhein-Westfalen (6
Rinderhaltungen, 26 Schafhaltungen, 1 Ziege), Hessen (2 Schafhaltungen), Rheinland-Pfalz (1 Bison)
und Baden-Württemberg (1 Ziege) auf.
Außerdem wurde es in Belgien und den Niederlanden festgestellt. Zudem breitet sich das Virus in
Großbritannien aus. Es sei erstmals auf der Insel bestätigt
worden, teilte die Tiergesundheitsbehörde Animal Health and
Veterinary Laboratories Agency (AHVLA) mit. Vier Schafe sind in den
britischen Grafschaften Norfolk, Suffolk und East Sussex positiv
getestet worden.
Das Bielefelder "Westfalen-Blatt" (Donnerstagausgabe) berichtete
unter Berufung auf das FLI, das
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, es solle ein Impfstoff
gegen die Seuche entwickelt werden. Dies könne etwa 18 Monate dauern.
Es handele sich um eine ernste Gefahr für die Tiergesundheit
in Europa.Wie die Zeitung weiter berichtete, plant das Robert-Koch-Institut
(RKI) Bluttests für Menschen, die mit kranken Tieren in Berührung
gekommen sind. Die Untersuchungen seien eine reine Vorsichtsmaßnahme,
sagten FLI-Sprecherin Elke Reinking, und RKI-Sprecherin Susanne
Glasmacher dem "Westfalen-Blatt". Ein entsprechender Test müsse aber
erst noch auf die Beine gestellt werden, so Reinking. Die Zahl der
untersuchten Menschen sowie der Beginn der Tests stehe daher noch
nicht fest, sagte Glasmacher. Nach Angaben von Reinking ist das Virus
nach dem derzeitigen Kenntnisstand für Menschen ungefährlich.