Gleich im Doppelpack hatten Wetterdienste sie in der vergangenen Woche angekündigt, die Sturmgeschwister Ulli und Andrea. Waldbesitzer und Forstleute machten sich auf das Schlimmste gefasst, doch dieses Mal blieben größere Schäden aus.
Sturmschäden? Fehlanzeige! In niedersächsischen Wäldern vielen nur vereinzelt Bäume den Sturmtiefs Ulli und Andrea zum Opfer.
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Großes Aufatmen in den niedersächsischen Wäldern. „Wir sind mehr als glimpflich davongekommen“, freut sich Armin Menge, Leiter des Forstamtes Uelzen. Nicht einmal Nesterwürfe habe es gegeben. Angesichts der starken Regenfälle, die den Sturmtiefs vorausgingen und aufgeweichten Waldböden, grenzt das an ein kleines Wunder. Menge und seine Kollegen aus den anderen Forstämtern jedenfalls hatten Schlimmeres befürchtet. Erspart bleibt den zu betreuenden Waldbesitzern nun nicht nur das große Aufräumen und die Wiederaufforstung der Windwurfflächen, sondern möglicherweise auch ein Wanken Holzmarktes, verbunden mit einer erneuten Abwärtsbewegung der jetzt so stabilen Holzpreise.
Positive Überraschung
Als einen möglichen Grund für den positiven Ausgang der Sturmereignisse in dem ostniedersächsischen Forstamt Uelzen nennt der Amtsleiter die dort dominierende Baumart Kiefer. Sie sei stabiler als die flachwurzelnde Fichte, erklärt Menge. Positiv überrascht ist auch Ludwig Hackelberg, der das Forstamt Weser-Ems leitet. Hier, im Westen des Landes, gibt es sehr wohl Fichten, größtenteils durchmischt mit Laubbäumen. Während letztere im unbelaubten Zustand ohnehin kaum sturmgefährdet sind, konnte die stärkere Sturmschwester „Andrea“ selbst den flachwurzelnden, im nassen Boden stehenden Nadelbäumen nichts anhaben. Eine Ursache dafür könnte nach Meinung Hackelbergs sein, dass der Sturm stetig aus einer Richtung blies, anstatt sich zu drehen.
Auch in den Heideforstämtern und in Südniedersachsen haben die Forstleute allen Grund zur Freude. Sturmschäden? Bei uns - Gott sei Dank - bis auf ein paar Einzelwürfe Fehlanzeige!“ sagt Eckard Klasen, Leiter des Forstamtes Südostheide, erleichtert. Gleiches vermeldet Thomas Ahrenholz, Geschäftsstellenleiter im Forstamt Nordheide-Heidmark in Neuenkirchen. „Die wenigen gefallenen Bäume können wir im Zuge der normalen Einschlagstätigkeit aufarbeiten.“
Wenige Einzelwürfe
Entwarnung selbst im Süden Niedersachsens, wo die gefährdete Fichte - wie in einigen Harzlagen - teils vorherrschende Baumart ist. „Auch wir haben noch einmal Glück gehabt“, zeigt sich der dortige Forstamtsleiter Michael Degenhardt erleichtert. Die Forstamtsbereich bis Redaktionsschluss bemeldete Windwurfmenge liegt bei rund 3.000 Fm. Gefallen sind überwiegend Einzelbäume. „Ich rechne mit insgesamt nicht mehr als 5.000 Fm Windwurfholz“, so Degenhardt. Betrachte man den jährlichen Hiebssatz des Forstamtes von etwa 160.000 Fm, so sei die jetzt zusätzlich anfallende Menge unproblematisch, sowohl im Hinblick auf die Aufarbeitung als auch die Vermarktung.
Es ist noch einmal gut gegangen, so lautet das Gesamturteil über Ulli und Andrea. Dennoch obsiegt unter den Forstleuten die Gewissheit, dass nach dem Sturm auch vor dem Sturm ist - und das stets mit ungewissem Ausgang.