In der Schweinemast machen die Futterkosten einen Großteil der Kosten aus. Insbesondere in Zeiten hoher Futterkosten lohnt es sich also für jeden Betrieb, seine diesbezüglichen Kosten kritisch zu analysieren.
Eine feste Handelsbeziehung zwischen Ferkelerzeuger und Mäster bringt erfahrungsgemäß gesündere Tiere hervor.
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Auf dem Tag der Schweinehalter, den der Verein Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen (VLF) Meppen und die LKW Niedersachsen jährlich gemeinsam in Meppen durchführen, ging es in diesem Jahr auch um die Futterkosten. Als Referent geladen war dazu Johannes Hilgers, langjähriger Schweinefachberater des Erzeugerringes Rheinland.
Hilgers zeigte anhand seiner BZA-Zahlen, dass in der Schweinemast in den vergangenen sieben, acht Jahren die Tageszunahmen deutlich angestiegen sind - Folge der Zuchtfortschritte und der verbesserten Tiergesundheit, zum Beispiel infolge Impfungen. Dennoch werde das Leistungsniveau in vielen Betrieben noch nicht ausgeschöpft, auch das zeigten die BZA-Zahlen. Vor allem zu Beginn der Mast gebe es noch Potenzial: „Bis 50, 60 kg wird das Rennen entschieden“, so der Schweinespezialist, für den eine Mehr-
phasenfütterung heute unverzichtbar ist: „Es geht nicht nur um geringere Futterkosten, sondern auch um eine passgenaue Fütterung.“
Getreide untersuchen
Eigenmischern empfahl er dringend, ihr eingesetztes Getreide jährlich untersuchen zu lassen. Die Schwankungen seien zu groß, ein „Füttern im Blindflug“ könne sich niemand mehr erlauben und die Untersuchungen seien - gemessen am Nutzen - nicht teuer. Betriebe mit Flüssigfütterung sollten den Trockensubstanzgehalt ihres Futters ebenfalls regelmäßig kontrollieren. Hilgers appellierte an die Sauenhalter bzw. die Vertreter der Zuchtorganisationen und Besamungsstationen, das Futteraufnahmevermögen der Pietrain-Endstufeneber besonders im Blick zu haben. Er zeigte eindrucksvolle Zahlen, wie sich die Mastdauer mit höheren Tageszunahmen reduziert: Braucht man für 90 kg Zuwachs bei 600 g Tageszunahmen 150 Masttage, so sind es bei 750 g nur noch 120 Masttage.
Zu hohe Endgewichte
„Bei einer hohen Futteraufnahme brauchen die Tiere auch viel Wasser“, betonte er. Zu beachten seien sowohl ausreichende Mengen als auch die Qualität. Um Futterverluste zu minimieren, sollte sich unter den Trögen/Futterstellen immer ein planbefestigter Boden befinden. Der Berater aus dem Rheinland warnte davor, Mastbuchten überzubelegen: „Ein Tier zuviel in der 12er Bucht verschlechtert die Futterverwertung, die Zunahmen und damit auch den Gewinn.“
Nach jüngsten Auswertungen seiner Organisation gehen 20 % der Sortierverluste seit Umstellen der AutoFOM-Masken auf zu hohe Endgewichte. Hier könne der Appell nur sein: wiegen, wiegen, wiegen, um nicht durch eine zu lange Mastdauer den möglichen Gewinn wieder zu verspielen. Grundsätzlich müsse jeder Mäster seine Genetik genau kennen, insbesondere das Freßverhalten, um die Fütterungsstrategie hierauf genau abzustimmen.
In weiteren Vorträgen ging Dr. Heiko Janssen von der LWK Niedersachsen auf Details zur Tierschutznutztierhaltungsverordnung ein und sein Kollege Joachim Schulz gab anhand von BZA-Ergebnissen einen Überblick über die Entwicklung der Schweinemast in der Region. Beratungsringe und Mitarbeiter der LWK tragen seit 20 Jahren gemeinsam die Zahlen aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim zusammen.