Hauptversammlung: KWS Saat weiter auf Wachstumskurs
Die KWS Saat AG im südniedersächsischen Einbeck ist weiter auf Wachstumskurs: Mit 855 Millionen Euro steigerte der weltweit viertgrößte Saatguthersteller (nach Monsanto, DuPont/Pioneer und Syngenta) seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2010/2011 um über 13 Prozent.
Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg - auch dank
Sondereffekte - überproportional um 41,5 Prozent auf 116,6 Millionen Euro. Auf
der Hauptversammlung des Unternehmens entlasteten die Aktionäre den Vorstand
und den Aufsichtsrat, sie billigten neben dem Jahresabschluss auch die
Dividende, die im Vergleich zum Vorjahr um 0,20 Euro auf 2,10 Euro je Aktie
plus 20 Cent Bonus angehoben wird.
Der Umsatz kletterte in allen
Produktsegmenten: Das Maisgeschäft legte im Umsatz- und Ergebnis am stärksten
zu, mit 55 Prozent kommt über die Hälfte des Unternehmensumsatzes (Gewinn: 13,1
%) aus dem Maisbereich. Der Bereich Zuckerrüben, der etwa ein Drittel des
Umsatzes (14,3 % des Gewinns) ausmacht und jetzt nach der erfolgreichen
Übernahme des niederländischen Gemeinschaftsunternehmens van Rijn auch die
Kartoffel beinhaltet, profitierte vor allem von den Zugewinnen am Marktanteil
in der EU-27 und den hohen Weltmarktpreisen für Zucker, während das Getreidegeschäft
(knapp 10 Prozent des Umsatzes, 18,5 Prozent des Gewinns) insbesondere durch
den Absatz von Hybridroggen in Deutschland und Winterweizen in Großbritannien
zulegte. Über alle Sparten hinweg erzielt die KWS 17 Prozent ihres Umsatzes mit
Energiepflanzen.
Und das Unternehmen investiert
kräftig: Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen um 16 Prozent
auf 113,5 Millionen. Am Standort Einbeck - dort sind mittlerweile über 1.000
Mitarbeiter aus 22 Nationen beschäftigt - entstanden allein in diesem Bereich
im vergangenen Jahr 70 neue Jobs. Weltweit arbeiten mit 1.200 Mitarbeiter rund
ein Drittel der Belegschaft in der Forschung und Entwicklung. In Einbeck finde
Forschung im Bereich Grüne Gentechnik weiterhin statt - allerdings in Laboren
und Gewächshäuser.
Für Freilandversuche, so Vorstandssprecher Philipp von dem
Bussche im Pressegespräch, gebe es in Deutschland hingegen mittlerweile
Bedingungen, die diese Versuche fast unmöglich machten. Die Vermarktung und die
Freilandversuche der Grünen Gentechnik fänden deshalb überwiegend im Ausland
statt. Es könne sein, dass das Unternehmenswachstum zunehmend im Ausland
stattfinden werde. Rund ein Drittel des weltweiten Umsatzes erwirtschaftet die
KWS durch GVO-Saatgut und das werde überwiegend in Nord- und Südamerika sowie
Asien nachgefragt.
Im Vorfeld der Veranstaltung hatten
Gentechnikgegner den Haupteingang des Firmenareals besetzt und mit Trommeln,
Plakaten und Sprechchören ihren Unmut über die Unternehmensaktivitäten der KWS
im Bereich Grüne Gentechnik geäußert. Aktionäre wie Pressevertreter wurden am
Betreten des Geländes gehindert und mussten über einen Seiteneingang das
Gelände betreten.
Auch ins neue Geschäftsjahr ist die
KWS mit Schwung gestartet: Im ersten Quartal verbesserten sich Umsatz und Betriebsergebnis.
Das Unternehmen erwartet den Wachstumskurs auch im Gesamtjahr 2011/2012 fortzusetzen. Die Ausgaben für Forschung und
Entwicklung sollen nochmals um zehn Prozent erhöht werden, beim Umsatz werden
910 Millionen Euro erwartet und bei der EBIT-Marge gut elf Prozent. Besonders
durchstarten will die KWS in China, wo derzeit eine eigene Zuchtstation
aufgebaut wird, man aber auch mit örtlichen Partnern zusammenarbeitet. Ein
Drittel der riesigen chinesischen Ackerflächen werden mit Mais bestellt, rund
80 Prozent der chinesischen Maisanbaufläche liegen in der gemäßigten Klimazone.
Die KWS will dort ihren derzeitigen Marktanteil von einem Prozent deutlich
ausbauen.
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