Das begehbare Meer... Die JUNGLE-Autorinnen Luise und Karolin spazierten auf dem Meeresboden herum, entdeckten fleißige Helfer, Ausbildungsangebote und bewunderten die beeindruckende Natur.
Watt ohne Ende: Für Naturbegeisterte gibt es hier interessante Jobangebote.
© Müller-Hofstede
Mit unseren Füßen im Schlick, den Blick fest auf den Boden gerichtet, um bloß keinen Wattwurm zu verpassen, machen wir uns auf den Weg durch das Watt zur Vogelinsel Minsener Oog. Es ist eine kapp fünfstündige Wanderung, die von einem qualifizierten Wattführer begleitet werden sollte. Unser Wattführer Olli gräbt einen Wattwurm nach dem anderen aus. Doch nicht nur am Meeresboden kennt er sich aus, auch die Bewohner der Lüfte sind ihm vertraut wie Fluß- und Küstenseeschwalben, Große Brachvögel oder auch Zwergseeschwalben. Ich bin fasziniert von Ollis Wissen und so quetsche ich ihn nicht nur über das Watt aus, sondern ich möchte auch wissen, wo er das alles gelernt hat?! Olli lacht über meine Neugier, seiner Meinung nach reicht eine fünfstündige Wanderung nicht aus, um alle meine Fragen zu beantworten.
Der Gedanke, mehr Zeit an diesem besonderen Fleck der Erde zu verbringen und außerdem aktiv etwas für die Umwelt zu tun, lässt mich nicht los. Kaum zuhause angekommen, durchforste ich das Internet nach Möglichkeiten. Zuerst entdecke ich die Junior Ranger. Sie sind die Jüngsten im Team „Wattenmeer“. Ab einem Alter von neun Jahren kann die Junior Ranger-Ausbildung absolviert werden. Dabei lernen die jungen Azubis, wie Brutvögel kartiert oder Wasser- und Wattvogelzählungen durchführt werden. Ein weiterer wichtiger Einsatzbereich: die Arbeit mit den Touristen. Der Junior Ranger informiert die Gäste über das richtige Verhalten im Watt, um sich selbst und die Natur nicht in Gefahr zu bringen. Im Winter müssen vor allem die Strände kontrolliert werden. Das Meer spült während der stürmischeren Monate jede Menge Strandgut an, leider sind auch immer wieder verölte Vögel dabei. Infos dazu findest Du auch auf www.juniorranger.de. Ich bin für die Ausbildung zum Junior Ranger zu alt.
Aber es gibt noch weitere Angebote. Jede Menge praktische und ökologische Kenntnisse kannst Du während eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) erwerben. Am FÖJ können alle zwischen 16 und 26 Jahren teilnehmen - unter der Bedingung, dass die Vollzeitschulpflicht erfüllt wurde. Ein Jahr lang arbeitest Du an einer Einsatzstelle Deiner Wahl und kannst an Bildungsseminare teilnehmen. FÖJ-Stellen gibt es über ganz Deutschland verteilt, in Nationalparkhäusern, Waldpädagogik-Zentren, Naturschutz- und Umweltschutzverbänden, Umweltforschungseinrichtungen, Umweltämtern, Schulen mit ökologischem Schwerpunkt und Entwicklungspolitischen Einrichtungen. Auf der Internetseite der Alfred Toepfer Akademie findest Du weitere Infos zum FÖJ. Klick auf:
www.nna.niedersachsen.de!
Wer sich nicht gleich auf ein Jahr festlegen möchte, der sollte sich die Angebote des Mellum Rats angucken: www.mellumrat.de. Mindestens drei Monate kannst Du ehrenamtlich als Naturschutzwart oder für ein paar Wochen als Praktikant auf den Nordseeinseln Mellum, Minsener Oog und Wangerooge arbeiten. Geboten werden freie Unterkunft, ein kleines Taschengeld und wertvolle praktische und theoretische Kenntnisse. Alle Studierenden können sich bis zum 15. Januar 2012 auf www.praktikum-fuer-die-umwelt.de bewerben. Insgesamt gibt es deutschlandweit 50 Praktikumsplätze, acht Stellen davon sind im Wattenmeer.
Bestens informiert, klappe ich meinen Laptop zu. Wer weiss, vielleicht bin ich ja schon bald Naturschutzwart und kann Leute mit meinem Wissen für diese einzigartige Landschaft begeistern und zu ihrer Erhaltung beitragen.