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[ » LAND & Forst » Content » Tierhaltung » Rind » Zuchtvieh-Osnabrücker-Herdbuch ]
Dienstag, 22.05.2012
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Rind | 21.12.2011 Redaktion Land und Forst

Zuchtvieh im In- und Ausland gefragt

Das vergangene Jahr war für die Rinderzüchter der Osnabrücker Herdbuch eG (OHG) auch durch eine äußerst starke Zuchtviehnachfrage geprägt. Genomische Bullen sind im Kommen.
Haupteinsatzbulle bei der OHG war Goldino. © Massfeller
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Haupteinsatzbulle bei der OHG war Goldino.
© Massfeller
Speziell bei den Auktionen konnte durch den hohen Exportanteil über das Jahr hinweg ein Durchschnittspreis von 1.750 € für die Färsen erzielt werden. Insgesamt war beim Viehumsatz trotz eines leichten Rückganges bei der Stückzahl (- 0,3 % auf 8.566 Tiere) ein Umsatzplus von 9,4 % auf 8,3 Mio. € zu verzeichnen. Das berichtete Geschäftsführer Hans-Willi Warder kürzlich auf den vier Bezirksversammlungen im Einzugsgebiet der Rinderzuchtorganisation.

Jetzt 50 Kühe pro Betrieb

Die Verknappung des Zuchtviehangebotes hängt auch mit dem aktuell starken Strukturwandel bei den Milchviehbetrieben zusammen. Trotz des Rückganges der Anzahl der Betriebe um gut 5 % hat sich die Kuhzahl in den verbleibenden Betrieben deutlich erhöht auf aktuell 50 Kühe pro Herdbuchbetrieb. Auch bei den Besamungszahlen war im vergangenen Jahr eine Steigerung um 3,6 % auf 90.640 Besamungen zu verzeichnen. Den größten Anteil hatte der Top-Bulle Goldino mit über 10 % aller Besamungen.

Die weiteren Haupteinsatzbullen waren im letzten Jahr noch überwiegend Nachkommen-/Töchtergeprüfte Bullen. Allerdings hat sich das System der genomischen Untersuchung von Jungbullen und damit das frühzeitige Herausfinden hochwertiger neuer Bullen auf Basis einer Genomanalyse (Bestimmung von 54.000 sog. SNPs anhand einer Blutprobe) nach ersten Validierungsanalysen gut bestätigt.

Auch seitens der Züchter werden diese genomischen Bullen immer stärker angenommen und erreichen in den vergangenen Monaten schon fast einen Anteil von 50 % bei den eingesetzten Besamungsbullen. Die gute Akzeptanz der genomischen Top-Bullen bietet gute Voraussetzungen für die Selektion von Kandidaten der nächsten Generation. Dabei ist die ET-Nutzung der wertvollsten weiblichen Tiere unverzichtbar. Die Embryoproduktion von hochwertigen genomischen Jungrindern dürfte an Bedeutung gewinnen, zum Beispiel für Märkte wie Russland.

Zuverlässiges Prüfsystem

Auswertungen zur Stabilität und Verlässlichkeit von Zuchtwertergebnissen über den Zeitraum mehrerer Jahre ergaben laut Warder, dass speziell das Prüfsystem im OHG-Bereich besonders sicher und zuverlässig bei den töchtergeprüften Bullen nach dem Testeinsatz (mit ca. 100 Töchtern) im Vergleich zum Wiedereinsatz (> 1.000 Töchter pro Bulle) ist.

Trotzdem war das deutlich höhere Niveau von Zuchtwerten bei den jungen genomischen Bullen aber Anlass für Anpassungen und Investitionen in das (genomische) Zuchtprogramm. Die Ergebnisse mit aktuell fünf Bullen in den Top 20 der Top-Liste zeigen auch in diesem Bereich Erfolge. Ohne eine korrekte und sichere Leistungsprüfung könnte das System allerdings instabil werden. Die OHG setzt weiter auf hohe Datenqualität und zusätzliche Merkmalserfassung (GKuh).

Laut Warder sollte die  Zuchtphilosophie entscheiden, welche Bullen bevorzugt werden. Er empfahl eine „Risikostreuung“ mit neuen genomischen Jungbullen, älteren genomischen Top-Bullen von sicheren Vätern, töchterpeprüften Bullen nach dem Ersteinsatz und Nachkommen geprüften Bullen mit Wiedereinsatz. Bei Erstkalbskühen plädierte der Geschäftsführer für genomische Jungbullen. Nicht zuletzt durch die Unterstützung (Kostenübernahme von ET-Spülungen durch die OHG) im Rahmen des Zuchtprogramms in Form von Jungrinder-Spülungen nahm der Anteil durchgeführter Embryotransfers um 38 % auf 222 Spülungen zu.

Neben den Informationen aus den Hauptgeschäftsbereichen (Tiervermarktung, Besamung und Embryotransfer) wurde auch über die Umbaumaßnahmen an der Halle Gartlage in Osnabrück berichtet. Die dort durchgeführte Dachsanierung und Installation einer Photovoltaikanlage mit 275 kWHp im Frühjahr 2011 konnte zügig und erfolgreich umgesetzt werden und findet allgemein sehr positive Resonanz. Abschließend wurde auf die nächste große Zuchtveranstaltung, die 36. Internationalen Osnabrücker Schwarzbunt-Tage, am Samstag, 28. Januar, mit den Programmteilen Verbandsschau, Nachzuchtpräsentation und Top Genetik-Auktion hingewiesen.  
Jan-Gerd Ahlers
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